Kryokonservierung

Durch hormonelle Vorbehandlung bei der IVF-/ICSI-Therapie gelingt es bei der überwiegenden Mehrzahl der Patientinnen, mehrere Eizellen bei der Punktion zu gewinnen.

Alle gewonnenen Eizellen werden sofort nach der Entnahme von uns untersucht und wenige Stunden später mit den Samenzellen des Partners zusammengebracht.
Dringt eine Samenzelle in eine Eizelle ein, sind bald darauf zwei Vorkerne (mütterliche und väterliche Erbanlage) unter dem Mikroskop zu erkennen. Die Eizelle hat sich befruchtet.
Mit dem Verschmelzen des mütterlichen und väterlichen Vorkerns wenige Stunden später, ist der eigentliche Befruchtungsvorgang abgeschlossen. Jetzt spricht man von einem Embryo.

In der Regel werden wenige Tage nach der Follikelpunktion zwei Embryonen (selten drei Embryonen) in die Gebärmutterhöhle zurückgesetzt (Embryotransfer).

Entstehen während der Behandlung mehr als zwei bzw. drei befruchtete Eizellen, besteht in unserem Institut die Möglichkeit diese „überzähligen“ Vorkerne nach einer aufwändigen Vorbehandlung bei -196° C tief zu frieren (Kryokonservierung). Durch lang etablierte Methoden ist es möglich, die Vorkerne in einem späteren Zyklus wieder aufzutauen und nach Weiterentwicklung zu Embryonen in die Gebärmutter der Frau zu übertragen.

Vorteil der Kryokonservierung ist die Möglichkeit des Embryotransfers ohne vorherige hormonelle Stimulation und Follikelpunktion. Dieses moderne Verfahren bietet für das Paar eine sichere, einfache und kostengünstige Möglichkeit sämtliche befruchtete Eizellen aus dem eigentlichen IVF-/ICSI-Zyklus zu nutzen.

Die Chance durch kryokonservierte Eizellen eine Schwangerschaft zu erzielen ist nach derzeitigem Stand der Technik fast genauso hoch, wie nach dem Transfer nicht tief gefrorener Embryonen.

Die Kryokonservierung erfolgt in einem technisch und personell aufwändigen Verfahren, das mehrere Stunden dauert. Die verwendeten Zusätze im Gefrierschutzmittel sind seit langem tierexperimentell untersucht und auch schon seit vielen Jahren bei der Kryokonservierung von menschlichen Vorkernstadien im Einsatz.

Das Verfahren ist seit Jahren weltweit im Einsatz, ohne dass nachteilige Folgen beobachtet wurden. Diese Erfahrungen lassen den Schluss zu, dass durch das Tieffrieren kein zusätzliches Risiko für eine Schädigung des entstehenden Kindes gegeben ist.